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ZITATE aus dem Buch "Der große Aufbruch. Armut und Wohlstand der Nationen" von Angus Deaton.

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20.1.2010  - "Wenn ich in diesem Buch von Freiheit spreche, meine ich damit die Freiheit, ein gutes Leben zu führen und Dinge zu tun, die das Leben lebenswert machen. Der Mangel an Freiheit ist gleichbedeutend mit Armut, Entbehrung und schlechter Gesundheit - lange Zeit das Los eines Großteils der Menschheit und noch immer das Schicksal eines empörend hohen Prozentsatzes der heutigen Weltbevölkerung." (S. 18)

 (c) wikipedia  

„Die Menschheit begann vor rund 250 Jahren die Ketten von Tod und Entbehrung zu sprengen, und diese Befreiung dauert bis heute an.“ (S. 20)

 

„Die Industrielle Revolution wurde uns als eine Geschichte dessen erzählt, was in den führenden Ländern geschah. Aber den Rest der Welt klammerte man einfach aus – als würde sich dort nichts ereignen, oder als sei dort noch nie etwas geschehen. Damit tat man nicht nur dem größten Teil der menschheit Unrecht, man ignorierte obendrein auch noch die erzwungenen Beiträge derjenigen, denen man Schaden zufügte oder die man, bestenfalls, zurückließ.“ (S. 23)

 

"In diesem Buch geht es vor allem um zwei Themen: materielle Lebensstandards und Gesundheit. Sie sind nicht die einzigen Dinge die für ein gutes Leben wichtig sind, aber sie sind grundlegende Dinge. [...] Volkswirte konzentrieren sich auf das Einkommen, Gesundheitsexperten auf die Mortalität (Sterblichkeit) und die Morbidität (Erkrankungshäufigkeit), während sich Demographen vor allem für Geburten, Todesfälle und die Größe von Populationen interessieren. All diese Faktoren tragen zum Wohlbefinden bei, aber keiner davon ist das Wohlbefinden." (S. 25)

 

„Bis Anfang der 1970er Jahre waren die Vereinigten Staaten das Musterbeispiel einer modernen großen Volkswirtschaft. Seither ist das Wachstum jedoch rückläufig, während die Ungleichheit, angetrieben von außer Kontrolle geratenen Einkommenszuwächsen an der Spitze, der Einkommenspyramide, zunimmt.“ (S. 33)

 

„Die schwersten Ketten, die die Menschheit im Laufe der Geschichte gesprengt hat, sind die Ketten von Armut und vorzeitigem Tod. […] Aber nicht die ganze Menschheit hat die Ketten abgestreift. Der Lebensstandard, die Schulbildung und die Lebenserwartung von einer Milliarde Menscehn sind kaum besser als die ihrer Vorfahren. […] Weil ein Großteil der Weltbevölkerung zurückgelassen wurde, fällt die Ungleichheit in der heutigen Welt unermesslich viel größer aus als vor 300 Jahren.“ (S. 45f)

 

Unter Wohlbefinden verstehe ich alle Dinge, die für einen Menschen gut sind, die also ein gutes Leben ausmachen. Zum Wohlbefinden gehört das materielle Wohlergehen, wie Einkommen und Vermögen; körperliches und seelisches Wohlbefinden, also Gesundheit und Zufriedenheit; und Bildung sowie die Fähigkeit sich in einem freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat zivilgesellschaftlich zu engagieren.“ (S. 46)

 

Über Hygiene und Fortschritt durch wissenschaftliche Erkenntnisse: „Die grundlegende Erkenntnis, dass Keime Krankheiten verusachen und dass, im Fall der Cholera, Bakterien durch verunreinigtes Wasser übetragen werden, war kostenlos und jedem Menschen auf der Welt frei zugänglich. […] Das Wissen mochte gratis sein, aber seine Umsetzung war es nicht. Eine sichere Trinkwasserversorgung zu bauen […] erfodert technisches Wissen sowie eine permanente Überwachung, um sicherzustellen, dass das Wasser tatsächlich nicht verunreinigt ist. Abwasser muss so entsorgt werden, dass dabei das Trinkwasser nicht verschmutzt wird.“ (S. 133)

 

„1850 war die Keimtheorie noch nicht aufgestellt. Im Jahr 1950 war sie Alltemeingut, so dass zumindeste einige der Verbesserungen, die in den fürhenden Ländern 100 Jahre gedauert hatten, in den Ländern, die nachfolgten, schenlle ablaufen konnten.“ (S. 138)

 

„Einkommen und Gesundheit sind zwei der wichtigsten Komponenten des Wohlbefindens...“ (S. 194) und Deaten weiß, dass es nicht die einzigen sind, aber er beschränkt sich bewusst auf diese beiden Aspekte und begründet dies: „Wenn .. ich … ein viel größeres Wissen besäße, würde ich über weitere Aspekte des Wohlbefindens schreiben, etwa Freiheit, Bildung, Selbstbestimmung, Würd und die Fähigkeit zu gesellschaftlicher Teilhaber. Aber es genügt schon, dass wir uns im selben Buch mit Gesundheit und Einkommen befassen, um den Fehler zu vermeiden, der daraus entsteht, nur das eine oder das andere zu betrachten.“ (S. 27)

 

Über die These von Peter Singer, man müsse den Armen helfen wie einem ertrinkenden Kind, schreibt Angus Deaton: „Die ethischen Argumente für die Pflicht, Hilfsbedürftige zu unterstützen, sind unanfechtbar, aber wir haben es hier nicht mit einem moralischen, sondern mit einem praktischen Problem zu tun: Sind 'wir' (das heißt die Nicht-Armen) tatsächlich in der Lagen, 'ihnen' (den Armen dieser Welt) zu helfen? (S. 344) […] Wenn Armut nicht das Ergebnis eines Mangels an Ressourcen oder Chancen ist, sondern durch dysfunktionale Institutionen, eine mangelhafte Verwaltung und eine vergiftete Politik verursacht wird, wird die finanzielle Unterstützung armer Länder – insbesondere die Unterstützung der Regierungen solcher Länder – wahrscheinlich zu einer Verfestigung der Armut führen, anstatt sie zu beseitigen. Der 'hydraulische Zugang' zur Entwicklungshilfe ist falsch, denn die Beseitigung der Armut ist etwas ganz anderes als die Reparatur eines defekten Auttos oder die Rettung eines ertrinkenden Kindes aus einem Teich.“ (S. 347)

 

„Die Migration leistet einen sehr viel größeren Beitrag zur Armutsverringerung als der Freihandel. Menschen, denen es gelingt, aus armen in reiche Länder auszuwandern, verbessern ihre wirtschaftliche Lage, und ihre Rimessen helfen ihren Familien in der Heimat.“ (S. 410)

 

Angus Deaton, Der große Ausbruch. Von Armut und Wohlstand der Nationen.

Klett-Cotta, Stuttgart 2017

 

Siehe auch: Escape But Beautiful

 

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